An zentraler Lage in Dotzigen, leicht südostwärts zur historischen Mitte des Dorfes versetzt, liegt ein zusammenhängendes Areal unterschiedlicher Grundeigentümerschaften. Das Areal ist im Norden durch die Lyssstrasse, im Süden durch den Eichibach begrenzt und beinhaltet im nördlichen Teil ein erhaltenswertes Gebäudeensemble bestehend aus zwei Einheiten.

Die Grundeigentümerschaften beabsichtigen eine gemeinsame und gesamtheitlich konzipierte Arealentwicklung, welche pro Grundeigentümerschaft etappiert und zeitlich versetzt, realisiert werden kann.

Unser Atelier wurde sowohl für die vorrangig erstellte Machbarkeitsstudie wie auch für ein qualitätssicherndes Verfahren nach anerkannten Regeln mandatiert. Auf Basis der bestehenden Machbarkeitsstudie soll in diesem Workshopverfahren ein qualitativ hochwertiges Richtprojekt erarbeitet werden, welches in ortsbaulicher und architektonischer Hinsicht überzeugt und eine hohe Siedlungs- und Wohnqualität aufweist.

Fünf Baufelder unterschiedlicher Grösse ordnen sich mit dem erhaltenswerten Gebäudeensemble um einen zentralen, öffentlichen Freiraum im Inneren der neuen Siedlung. Die Erschliessung für Langsamverkehr und Fussgänger erfolgt zwischen den beiden Einheiten des erhaltenswerten Gebäudeensembles hin zum zentralen Freiraum, von welchem die Feinverteilung zu den einzelnen Gebäuden organisiert ist. Die Erschliessung der Tiefgarage, welche alle fünf Baufelder erschliesst, wird peripher an der Nordseite zur Lyssstrasse organisiert, um ein autofreies Areal sicherzustellen. Das orthogonal vorgesehene Baumuster reagiert sowohl auf die Grundeigentümerverhältnisse wie auch auf deren Parzellen, was zu einer hohen Planungsflexibilität führt. Zwei Gebäudetypen einheitlicher Giebelausrichtung jedoch unterschiedlich formulierten Anbauten bespielen das zum Eichibach leicht terrassiert abfallende Terrain. Dadurch entstehen spannende halbprivate Zwischenräume, welche gemeinsam oder pro Baufeld genutzt werden können. Durch die kompakte und zentral gelegene Tiefgarage können diese Zwischenräume mit ortstypischen Merkmalen wie Gemüsegärten, Obstbäumen und kleinen Natursteinmauern strukturiert werden.

Ortstypische Materialien wie Klinker, Kalkputz, Kalkstein und Holz werden für die beiden Gebäudetypen vorgeschlagen. Dabei unterscheiden sich in der Materialisierung die Anbauten jeweils von den Hauptbauten und sorgen für einen hohen Grad an Identität und Vielfalt innerhalb der neuen Siedlung.