Die Liegenschaft am Kornhausplatz 7 in Bern befindet sich inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes. Sie ist zusammengesetzt aus ursprünglich insgesamt neun Altstadthäuser (fünf davon mit Ausrichtung auf den Kornhausplatz) und wurde 1964 komplett neu gebaut, sowie mit vier Untergeschossen versehen. Damals wurde die historische Fassade rekonstruiert. Das Projekt für den aktuellen Umbau wurde ab den frühen Projektphasen in Zusammenarbeit mit der städtischen Denkmalpflege entwickelt. Das Kernstück des Entwurfs besteht darin, die mittelalterliche Gebäudestruktur, mit Vorderhaus, Hof und Hinterhaus im Erdgeschoss spürbar zu machen. Hierzu wird im Hofbereich ein 70m2 grosses Glasdach gebaut, unter welchem im Erdgeschoss ein Ring aus Stützen und Stürzen aus Sandstein steht. Das traditionelle Berner Baumaterial wird auch für die neuen Innenhoffassaden verwendet und zeitgenössisch eingesetzt. Bei einer der beiden Fassaden werden die vertikalen Elemente von einem Künstler bearbeitet. In den sechs Obergeschossen des Wohn- und Geschäftshauses werden neun Wohnungen, sowie ausgebaute Mietflächen für Büros oder Praxen untergebracht. Im Erdgeschoss bleiben die beiden bestehenden Restaurants während den Bauarbeiten in Betrieb. Weiter entsteht eine grosszügige, zweigeschossige Ladenfläche. Zwei Betonscheiben, welche vom Fundament bis ins 4.Obergeschoss reichen, gewährleisten die Erdbebensicherheit der beiden Hausteilen. Die Nutzlast der Decken in Erd- und Untergeschossen wird auf die erforderlichen 1000kg/m2 erhöht. Die Gebäudeinternen Versorgungsleitungen werden neu in vier Steigzonen untergebracht.


Sandsteinfassade «Im Fluss» mit dem Bildhauer Amadeus Furrer

Im Zuge der Sanierung am Kornhausplatz 7 wurde der Innenhof wieder bis ins Erdgeschoss zum Vorschein gebracht, welcher in den 80er Jahren zubetoniert worden war. Da von den zerstörten historischen Hoffassaden keine Dokumente mehr existieren, wurde in Abstimmung mit der Städtischen Denkmalpflege beschlossen, eine heute zeitgemässe Sandsteinfassade zu realisieren. Wie damals stets bei der Erbauung Berns historischen Altstadthäuser, waren nebst Architekten auch Bildhauer am Werk. Diese Tradition ist hier neu ins Heute gebracht worden.